- Martina Rieschl
- 26. Juni 2026
Für jede Aufgabe, für jedes Problem gibt es gefühlt ein Tool mit KI oder KI kann es bereits selbst lösen. Wie und wo ich als Webdesignerin KI-Tools (ChatGPT, Copilot, Claude usw.) nutze, erzähle ich dir in diesem Artikel. Hier erfährst du außerdem, wo mich KI wirklich weiterbringt und wo sie mich eher bremst als unterstützt.
KI-Tools im Arbeitsalltag als Webdesigner*in
Ich nutze regelmäßig KI-Tools wie zB. ChatGPT, Claude, Adobe Firefly, Elementor Angie usw. Allerding nutze ich die Tools vermutlich anders, als viele erwarten würden.
In meiner Kernarbeit, dem Aufbau und der Umsetzung von Websites, nutze ich KI tatsächlich kaum bis gar nicht.
Warum? Nicht weil ich KI ablehnen würde. Überhaupt nicht. Ich habe schlicht und einfach noch kein System oder Tool gefunden, welches in diesem Gebiet schneller und sauberer arbeitet als ich selbst.
Wo ich KI im Webdesign tatsächlich nutze
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Projektmanagement und Aufgabenplanung:
Worin KI unschlagbar ist? Im Analysieren und Strukturieren. Microsoft Teams liefert ein fertiges Transkript der Meetings. Copilot fasst zusammen und hilft die nötigen Aufgaben zu strukturieren und zu planen. -
Texte optimieren und strukturieren:
Ich bin keine ausgebildete Texterin. Dafür nutze ich KI. Sie liefert mir eine solide und strukturierte Basis, auf die ich aufbauen kann. Wobei KI allerdings super hilfreich ist: Verschachtelte Sätze vereinfachen. Probiere es aus. -
Bildbearbeitung:
Mit ein bisschen Unterstützung durch die Adobe-KI sind Hintergründe von Fotos schnell erweitert, Personen freigestellt oder simple Icons generiert. -
Fehler im Code schneller finden:
Speziell in HTML und CSS sind es oft nur Kleinigkeiten die korrigiert werden müssen, um gewünschte Effekte zu erzielen. KI kann Code in Sekunden analysieren und optimieren. -
Kleine Code-Snippets erstellen lassen:
Was ich früher mühsam gegoogelt oder über Stackoverflow recherchiert habe, spukt mir KI heute in wenigen Augenblicken aus. Meist ist bereits eine kurze Anleitung, wo der Code am besten hinterlegt werden sollte, dabei. -
Sparring-Partner bei Umsetzung:
Manachmal habe ich eine bestimmte Vorstellung, wie ich etwas umgesetzt haben möchte, aber kein Widget mit dem es gut geht. Hier hilft mir KI bei der Lösungsfindung. Oft reicht es, mein Problem zu beschreiben und zu strukturieren. Allerdings ist mir in diesem Bereich aufgefallen, dass KI hier schnell an seine Grenzen kommt. Vorgeschlagene Lösungen sind gerne umständlich oder veraltet. Daher nutze ich in dem Bereich KI wirklich nur zum Sortieren meiner Gedanken.
KI unterstützt mich in meinem BackOffice (Strategie, Marketing, Finanzen, Adminstration usw.)
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Brainstorming für neue Blog-Artikel oder Social Media-Beiträge:
KI ist sie ein idealer Sparring-Partner für Brainstorming-Aufgaben. Früher habe ich mir Listen mit Ideen für Social Media-Postings mühsam recherchiert über Blogs, Instagram, Webinare usw. Heute spukt mir mein KI-Helfer zahlreiche Ideen aus und hat gleichzeitig im Blick, wo noch Lücken sind. -
Mails zusammenfassen und beantworten:
MS Copilot fasst mir lange Mail-Diskussionen auf die wesentlichen Punkte zusammen und unterstützt mich bei Antworten. So gelingt es mir auch besser meine Emotionen aus dem Spiel zu halten und professionelle und freundlich zu bleiben. -
Unterstützung bei Steuererklärungen:
KI ist kein Ersatz für einen Steuerberater. Allerdings ist KI eine super Unterstützung, um schnell die richtigen Pragraphen im Umsatzsteuergesetz oder Einkommenssteuergesetz zu finden oder einfach aktuelle Anpassungen zu recherchieren. Natürlich immer Quelleangabe, die ich selbst überprüfe. -
Impressum und Datenschutz aktuell halten:
Auch hier gilt: KI ist kein Ersatz für die Beratung durch eine*n Jurist*in. Ich nutze KI, um mein Impressum und meine Angaben zum Datenschutz aktuell zu halten. Hier geht es meist nur um kleine Anpassungen, wie ein neues Tool hinzufügen oder ersetzen. -
Gedanken sortieren und Aufgaben planen:
Wie auch bei einem Website-Projekt unterstützt mich KI dabei, meine Aufgaben zu planen und meinen Alltag zu strukturieren. So habe ich Zeit für meine Kund*innen und trotzdem bleibt mein Unternehmen nicht auf der Strecke. -
Recherchearbeit:
Neues Tool, neu Prozesse, neue gesetzliche Regelungen usw. poppen derzeit schneller auf meinem Radar auf, als ich alles lesen und erfassen könnte. Daher schicke ich meinen KI-Helfer auf die Reise und bitte ihn, die wesentlichen Infos für mich zusammen zu tragen. Erst dann steige ich gegebenenfalls tiefer in das Thema ein.
Die Unterstützung durch KI-Systeme ist derzeit bei mir noch relativ punktuell. Allerdings glaube ich, dass sich hier in den nächsten Monaten noch viel tun wird. Mit Automatisierungen, einer soliden Wissens-Basis und den raschen Entwicklungen im Bereich KI, werde ich sicher bald einen gute KI-Assistenten haben, der mir bei Routinetätigkeiten zuarbeitet.
Der größte Denkfehler beim Thema KI
KI ist kein Ersatz für Erfahrung.
Vertraue nicht alleine auf KI, wenn du eine Website möchtest,
- die barrierearm und
- datenschutzkonform umgesetzt,
- langfristig wartbar,
- technisch sauber konfiguriert und
- mit sinnvollen Einstellungen im System aufbebaut ist.
Konkrete Grenzen der KI-Systeme in der Website-Erstellung
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Barrierearmut:
KI-Tools wie zB Elementor Angie arbeiten - warum auch immer - nach wie vor gerne mit Pixel statt mit relativen Einheiten wie em oder rem. -
Datenschutz:
Google Fonts werden ohne Rücksprache oder Hinweis im Bezug auf Datenschutz einfach genutzt. Auch wenn die es im Theme oder Plugin die Möglichkeit gibt, diese lokal zu hosten, wird sie nicht automatisch aktiviert. -
Wartbarkeit:
Elementor Angie nutzt globale Einstellungen kaum oder gar nicht. Wenn du zB deine Haupt-Branding-Farbe ändern möchtest, ist das mit korrekt genutzten globalen Einstellungen mit wenigen Klicks erledigt. Die AI generierte Seite von Elementor muss dafür umfassend bearbeitet werden. -
Massen-Textgenerierung ohne Individualität:
Ja, ich nutze KI für Textgenerierung und Optimierung. Aber nur als Werkzeug und nicht um alles zu generieren und 1:1 zu übernehmen. Denn sind wir ehrlich: Wer sich etwas näher mit dem Thema beschäftig, erkennt generierte Texte oder auch Bilder sofort. Lieber einen holprigen, aber dafür selbst verfassten Satz, in Kauf nehmen, als Einheitsbrei, der keinen Vorteil bringt.
Grenzen der KI im BackOffice
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Recherche von veralteten Informationen:
ch schicke Copilot gerne für eine erste Recherche los. Allerdings kommen hier gerne - abhängig vom konkreten Thema - auch ältere, nicht mehr aktuelle Informationen zurück. Umso wichtiger ist es daher, dass immer die konkreten Quellen zu überprüfen. -
Social Media Einheitsbrei
Vor 2-3 Jahren, als KI gerade erst so richtig in Fahrt gekommen ist, habe ich ChatGPT vor allem genutzt, um meine Social Media-Beiträge zu erstellen. Da bin ich wohl nicht die Einzige gewesen. Mittlerweile bin ich hier so gesättigt von dem Einheitsbrei, dass ich weniger auf Social Media aktiv bin (eigentlich gut) und meine Posts wieder selbst schreibe bzw. gar keine Beiträge veröffentliche (schlecht fürs Marketing). -
Zeitfresser KI bzw. KI-Tools
Außerdem habe ich festgestellt, dass ich manchmal dazu neige, ein Problem unbedingt mit KI lösen zu wollen, obwohl ich sie eigentlich nur für den ersten Denkanstoß bräuchte. So verbringe ich dann unnötig viel Zeit mit Diskussionen mit Copilot, um meine Erwartungen und Anforderungen zu erklären, um die Lösung bestätigt zu bekommen. Diese Bestätigung bräuchte ich ja eigentlich gar nicht.
Ist KI für mich Fluch oder Segen?
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Meine langjährige Erfahrung als Webdesignerin:
Ich kann Design mit den Anforderungen an Datenschutz, Barrierefreiheit und den technischen Gegebenheiten bzw. Möglichkeiten schnell und zuverlässig kombinieren. KI-Systeme greifen auf alles verfügbare Wissen zu und tun sich manchmal schwer regionale Anforderungen und Aktualität im konkreten Fall richtig zu bewerten. Ich nutze gezielt das was für die aktuelle Aufgabenstellung notwendig ist, wie zB die österreischischen Gesetze und Vorschriften. -
Mein Interesse an dem Thema:
Ich mag meinen Job. Ich setze gerne vor dem Elementor-Editor, probiere und baue neue Seiten auf. Mir ist wichtig hier auch effizient und technisch sauber zu arbeiten. Unnötig verschachtelte Container, Code-Snippets für Themen, die eigentlich mit Boardmitteln umsetzbar sind usw., sind mir ein Graus. Datenschutz und Barrierefreiheit interessieren mich, daher halte ich mich automatisch auf dem Laufenden und berücksichtige es bei meinen Projekten.
Fazit: KI ist ein Werkzeug. Genau so nutze ich sie.
KI kann unglaublich viel. Und sie wird in den nächsten Jahren noch deutlich besser werden.
Für mich ist heute aber entscheidend:
- Ich setze KI dort ein, wo sie mir wirklich hilft.
- Ich lasse sie dort weg, wo sie mich ausbremst.
Gerade im Webdesign geht es nicht nur darum, schnell Ergebnisse zu erzielen, sondern diese auch nachhaltig, barrierearm und technisch sauber umzusetzen.
KI ist für mich daher kein Ersatz, sondern eine Unterstützung im Hintergrund.
Du möchtest deine Website mit KI erstellen lassen?
Wenn du dich fragst, wo KI dich in deinem Projekt sinnvoll unterstützen kann und wo es besser ist, auf Erfahrung und saubere Umsetzung zu setzen, dann melde dich gerne bei mir.
Ich unterstütze dich dabei, eine Website zu entwickeln, die nicht nur gut aussieht, sondern auch technisch durchdacht, barrierearm und langfristig wartbar ist.


